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Und sagt nicht Drei‼ – Der Koran und die Trinitätstheologie

mit Prof. Klaus v. Stosch, Bonn
Porträtbild Klaus v. Stosch

Traditionell geht die Forschung davon aus, dass der Koran die Trinitätstheologie grundlegend missversteht und vollständig ablehnt. Neuere Forschungsergebnisse zeigen, dass der Koran ein sehr differenziertes Bild zur Trinitätstheologie besitzt und sich kompetent und konstruktiv mit ihr auseinandersetzt.

In unserem Vortragsabend lernen wir diese neuen Forschungsergebnisse kennen und prüfen, wie der Koran moderne Trinitätstheologie herausfordert.

Prof. Dr. Klaus von Stosch ist Professor für „Systematische Theologie unter besonderer Berücksichtigung gesellschaftlicher Herausforderungen" an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn, ebenda auch Vorsitzender des International Center for Comparative Theology and Social Issues; zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Komparative Theologie, Theologie der Religionen, islamisch-christlicher Dialog und christliche Dogmatik.

 

Feedback

Lange Zeit war man der Meinung, der Koran stünde der Trinität ablehnend gegenüber. Prof. von Stosch belegte überzeugend, dass das koranische Verständnis wohlwollend ist. Der Koran hat eine differenzierte und konstruktive Vorstellung, die sich mit der christlichen Sicht durchaus in Einklang bringen lässt.  Die Darlegungen unseres Referenten legen den Schluss nahe, dass der christliche und der muslimische Glaube mehr Gemeinsamkeiten haben, als man auf den ersten Blick zu sehen meint. Beide sind monotheistische Offenbarungsreligionen. Manche koranische Aussagen entstanden als Antwort auf Verzerrungen, die einer regionalen christlichen Gruppe entsprangen.  
Als Christen und Muslime sollten wir mehr miteinander als übereinander reden. Und wir sollten Respekt haben für alles, was dem Anderen wertvoll ist. Gemeinsame Begegnungen, aufklärende Gespräche etc. führen uns näher zusammen.  Der Islam selbst stellt keine Bedrohung für uns dar. Die Muslime, mit denen ich persönlich in Verbindung stehe, respektieren meine christliche Überzeugung genauso wie ich die ihre.   Die Jahrhunderte lang gepflegte Feindschaft und Ablehnung hat tiefe Gräben gezogen. Wir können sie überwinden, indem wir Brücken zueinander bauen und einander in Liebe und Achtung begegnen.
Prof. von Stosch hob die Bedeutung der Trinität für uns Christen hervor. Man muss sich vor Missverständnissen in Acht nehmen. Es gibt keine Pluralisierung des Wesens Gottes. Er ist Einer, und Er hat keine Teile. Wenn wir von Jesus sprechen, meinen wir ebenfalls den Vater und den Heiligen Geist.  Die Gottheit ist wie ein Edelstein, der trotz seiner Facetten nur als Ganzer fassbar ist.
Ein Exkurs auf die von Klaus Hemmerle beschriebene trinitarische Ontologie verdeutlichte, wie sehr der theologische Vater unseres Forums die Trinität erfasst hatte.
HJH
 
Im KHF hat Prof. Klaus von Stosch in seinem Thema „Der Koran und die Trinitätstheologie" eine interessante Perspektive gewählt. Aus der Anfrage des Koran den eigenen Glauben präziser konturieren. 
Auch wenn der erste Teil mit seiner Hermeneutik für jemanden, der den Koran nicht kennt, mühsam war, so führte er doch zu wesentlicher Erkenntnis: Sowohl im Gespräch mit dem Islam als auch für das eigene Verständnis ist es wichtig, nicht in eine „Drei-Götter-Lehre" abzugleiten. Die Trinität kann nur die Entfaltung des Monotheismus sein.  Das setzt voraus, dass es in der Dreifaltigkeit keine 3 ICHs gibt, sondern drei Daseins-Weisen des einen Gottes.              
Und dass es einen je eigenen Willen des Menschen Jesus und des göttlichen Logos gibt.
(Von daher bete ich: „Ehre sei dem Vater durch den Sohn im Heiligen Geist, dem einen Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit.")
DANKE für diesen erhellenden Abend.
KH

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